An einem Nach­mit­tag die Wal­nuss knospt.
Da wer­den Män­ner blausamtene Augen haben
Und die Liebe ihres Geschlecht­es wird wieder erschaf­fen sein.

Sie wer­den Träume haben
Und auf den Krieg vergessen.

Der Mann wird ein Herz in sich tra­gen
Und aufhören Angst zu haben sich zu ver­schenken.

Das Herz wird frei sein vom Geiz und der Armut
Dieser Gier nach noch mehr von sich selb­st
Dieser ban­gen Gier — ich bin nicht genug.

Sie wer­den dem reinen Geist
ihrer Füße fol­gen.

Ihre Augen wer­den warm sein
Und leicht die Schul­tern.

Sie wer­den das Kleine wagen
Schritt für Schritt.

Voller Hingabe wird ihr Bauch sein
Und ihr Geschlecht befreien
Lust und Liebe wer­den sie zu einem ver­flecht­en
Sie wer­den ihr Inneres aus sich gießen
Ohne Scham.

Ihr Lachen wird hell klin­gen
Ihre Freude wird leucht­en
Sie wer­den sich ein­find­en ins Leben
Und ihre Schön­heit zeigen
ohne Hochmut.

Sie wer­den spie­len
Und sich ein wenig vergessen
Sie wer­den atmen
Und das Dasein nehmen
Ohne “ich­muss­noch”

Sie wer­den die Liebe durch sich fließen lassen.

Ihre Schön­heit wird sich in den Him­meln zeigen
Und die Flüsse und Städte verza­ubern.

Sie wer­den der warme Klang sein
An den ich mich am Abend lege und schmiege
Der noch in den Füßen nachzit­tert
Wenn ich auf­ste­he
Der mich ein Stück schweben lässt
Bevor ich selb­st meine Flügel öffne.

Sie wer­den duften die Män­ner eines Tages
Die Kräuter wer­den ihnen nachge­hen
Die Rosen­blüten
Die frischen Wass­er und der saftige Wind.

Die Män­ner wer­den sich nicht mehr vor der Erde fürcht­en
Der sie so lange mis­straut­en
Sie wer­den nicht mehr ver­suchen
Ihr ein anderes Gesicht aufzu­drän­gen.

Der Mann wird erken­nen, dass die Erde nicht seine Feindin ist
Sie wer­den sich zu ihr leg­en und Ruhe find­en.

Sie wird ihre Kinder beschenken mit Kraft und Träu­men
Der Mann wird wieder erken­nen
“ich bin genug”

Sie wer­den ihr Geschlecht erheben und ihre Träume leben
Aneinan­der­fü­gen.

Sich an der Hand nehmen
Vater und Sohn
Und sich nicht vor­einan­der ver­steck­en
Sie wer­den sich mit diesen samtschim­mern­den Augen betra­cht­en
Und voneinan­der wis­sen.

Sie wer­den sich lieben Mann und Mann
Und die Liebe der Frau nicht mehr fürcht­en und über­be­w­erten.

Sie wer­den mit uns Frauen fliegen
Frei von ihrer Angst zu messen und bemessen zu wer­den.

Seine Füße, seine Hüften, sein Kopf
Wer­den sich frei bewe­gen
Wohin das Lied ihn ruft.

Es wird Tag sein und Nacht
Wo wir zusam­menge­hören
Frau und Mann
Men­sch­sein.

Wir wer­den durch den Wald ziehn
Über Steine klet­tern
Und unsere Träume wach hal­ten und leben.

Ein co-kreativ­er Bewusst­seins­beitrag von Rosa Stein

Text: Rosa Stein

Bild: pixabay.com