In diesen Phasen wo ich mit dem lebendi­gen Selb­st in Berührung komme, sehe ich die Welt als Bühne und um mich herum nur Schaus­piel­er und in den Augen dieser Schaus­piel­er erkenne ich mich selb­st. Und in diesem Erken­nen, erkenne ich die Zeit­losigkeit. Und in dieser Zeit­losigkeit erkenne ich die Gle­ich­w­er­tigkeit. Und in dieser Gle­ich­w­er­tigkeit erkenne ich das Selb­st. Und in diesem Selb­st erkenne ich uns als unge­tren­ntes Ganzes. Als das Ewige im Endlichen.

In diesen Phasen sehe ich eine Insze­nierung die an Genial­ität nicht zu über­bi­eten ist. Ein undurch­dringlich­es Schaus­piel von rein­ster Erhaben­heit, egal ob es sich in Schön­heit oder Hässlichkeit klei­det — Erhaben­heit ist seine Natur. Aus der Per­spek­tive des Selb­st ver­schmilzt der Beobachter mit dem Beobachteten. Alles was wahrgenom­men wird ist Teil des sel­ben Selb­st. Das Spiel ist auss­er Kon­trolle, denn Kon­trolle ist die Illu­sion, die uns zu tapfer­en, feigen, aktiv­en oder pas­siv­en Mit­spiel­ern wer­den lässt — während wir selb­st wie vorüberge­hend wieder in die Rolle des Schaus­piel­ers schlüpfen und die Rolle des aktiv­en Beobachters ver­lassen.

Der Beobachter ist alle Erschei­n­un­gen, über alle Zeit erhaben — die Zeit erschaf­fend. Der Beobachter ist alle Erschei­n­un­gen, über jeden Raum erhaben — den Raum her­vor­brin­gend.

Das Selb­st ist der Gegen­pol zum Ich — doch niemals von ihm getren­nt. Das Selb­st ist das „Ich bin“ des Ganzen. Das Ich ist das „Ich bin“ der Getren­ntheit. Es ist viel zu ein­fach als dass wir uns darum bemühen kön­nten. Das Selb­st kann nicht erre­icht wer­den, es kann nur tem­porär aus unser­er Wahrne­mu­ng, wie aus­ge­blendet erscheinen. Dann sind wir zu aktiv­en Schaus­piel­ern gewor­den, die vergessen haben, dass sie eine vorüberge­hende Rolle spie­len. Ein Moment in dieser Empfind­ung, Wahrnehmung und Erin­nerung entschädigt für Jahre, ja für Leben der Verzwei­flung und des Suchens.

Die Wahrheit dieser Momente durch­dringt alle Wirk­lichkeit­en. Jede Inter­pre­ta­tion ist zum Still­stand gekom­men, der Gedanke hat sich in durch­sichtige Klarheit ver­wan­delt. Dass Aussen­er­leben ist zum Innen­leben gewor­den und niemals gab es einen anderen Zus­tand als diesen — immer waren, sind und wer­den es nur Schleier sein, die diese Wirk­lichkeit vernebeln. Das Durch­scheinen des Unaussprech­lichen kön­nen wir nicht erzeu­gen, nur ganz ohne unser Zutun zulassen. Solange wir suchen, find­en wir nichts und solange wir nicht suchen find­en wir eben­falls nichts. Sobald das Suchen und Find­en zu ein- und dem­sel­ben Vor­gang gewor­den sind, erwachen wir im zeit­losen Moment reinen Gewahr­seins.

Ausser­halb der Zeit ist alles vol­lkom­men und inner­halb der Zeit, bewe­gen wir die Zeiger ein­er Wirk­lichkeit die sich bere­its ereignet hat, die niemals begonnen hat und niemals enden wird — solange bis es keine Zeiger mehr gibt, die uns an das Zeitliche erin­nern, solange bis es keine Ideen mehr gibt, die uns an das Zeitliche binden. Am Ende der Ideen von uns selb­st begeg­nen wir unserem wahren Selb­st. Und am Anfang dieser Idee existiert der einzige und wahre Friede.

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