Vieles von dem was wir heute tagtäglich erleben oder medi­al vorgekaut bekom­men, scheint nur möglich weil wesentliche Anteile unser­er Per­sön­lichkeit aus­geklam­mert oder unen­twick­elt sind. Die Ohn­macht die dabei von vie­len Men­schen emp­fun­den wird, resul­tiert zumeist aus der Alter­na­tivlosigkeit gegenüber einem prof­i­to­ri­en­tiertem Kap­i­tal­is­mus, der vorgibt die einzige Über­lebens­ma­trix zu sein.

Dem­nach ste­ht fast immer das Sys­tem vor dem Men­schen, die Gren­zen vor der Frei­heit, das Wirtschaftswach­s­tum vor der per­sön­lichen Ent­fal­tung, die Erziehung und zweck­mäßige Aus­bil­dung vor dem per­sön­lichen Tal­ent, die Vor­sicht der Gewohn­heit vor dem Risiko der neuen Erfahrung, der Ego­is­mus vor dem Altru­is­mus und die Bewahrung und Absicherung von Eigen­tum vor der Hingabe an das Unbekan­nte.

Oft­mals spüren wir den inneren Ruf aber uns fehlen die Werkzeuge um auch danach zu han­deln. Die äußeren Vor­gaben scheinen zu starr und unverän­der­bar, die innere Gefühlswelt zu insta­bil als das man ihr ver­trauen kön­nte. Sen­si­bil­ität ist mehr eine Schwäche als eine Tugend, die Stärke ergibt sich aus der Durch­set­zungskraft. Man muss es sich selb­st und anderen beweisen, erst dann hat man eine Exis­tenzberech­ti­gung. Die Welt in dieser Form ist mech­a­nisch und dual­is­tisch, sie ist begren­zt und eindi­men­sion­al und lässt uns ger­ade in dem Maße über­leben als wir unsere wirk­lichen Fähigkeit­en im Ver­bor­ge­nen hal­ten.

Dem ent­ge­gen ste­ht eine innere Welt, die voll ist von Träu­men und Sehn­sücht­en, voll von Bildern und Sym­bol­en, voll von Möglichkeit­en der Zwis­chen­men­schlichkeit und Inter­ak­tion von allem was lebendig ist. Es ist kaum zu glauben, dass wir inner­halb eines schein­bar gren­zen­losen Raumes einen einzi­gen Plan­eten bewohnen und so tun kön­nen als hät­ten Afrikan­er nichts mit Europäern zu tun, als wäre der Regen­wald mit all sein­er lenbensspenden­den Kraft etwas, dass man ein­fach nieder­bren­nen kann, als wäre Luft und Wass­er nicht ein Grund­nahrungsmit­tel und ein Über­leben­srecht für alles und jeden, als wäre Stille nicht ein Ele­ment der Seele, als wäre die Nacht, nicht ein kos­mis­ch­er Ruhe­p­ol der uns an die Unendlichkeit erin­nert.