Verzeihen

Was könntest du dir wünschen, das Verzeihen nicht geben kann? Möchstest du Frieden? Das Verzeihen gibt ihn dir. Möchtest du Glück, innere Ruhe, Gewissheit über deine Ziele, ein Gefühl von Wert und Schönheit, das die Welt transzendiert? Möchtest du sicher und geborgen, immer in der Wärme verlässlichen Schutzes sein? Möchtest du eine Stille, die nicht gestört werden kann, Freundlichkeit, die nicht zu verletzen ist, tiefen Trost, der dich nicht verlässt, und vollkommene unumstößliche Gelassenheit? All das und noch mehr gewährt dir das Verzeihen. Das Verzeihen gewährt alles, was ich mir wünsche. Heute habe ich dies als Wahrheit angenommen. Heute habe ich die Gaben Gottes empfangen.

Ein Kurs in Wundern

Zeit

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.

Lucius A. Seneca

Leben

Ganz wichtig ist auch, dass wir mit dem klaren Verstehen dessen, was ist, nicht etwa die phänomenale Welt als Illusion abschreiben, denn damit würden wir eine falsche Unterscheidung treffen: zwischen wirklich und unwirklich, Substanz und Schatten, dem Noumenalen (reines Bewusstsein, absolutes Gewahrsein) und dem Phänomenalen. Alles ist Wirklichkeit, und Illusionen, Erscheinungen und Schatten können nur Abbilder eben dieser Wirklichkeit sein. Wenn wir die phänomenale Welt als Illusion von der Wirklichkeit unterscheiden würden, müssten wir ja sagen, dass die Wirklichkeit weniger als das Ganze ist.

Die unmittelbare Folge des tiefen Verstehens liegt also darin, dass der Mensch von der der Welt und ihren Übeln, von Leid und Chaos frei wird, weil er ihre Absurdität erkennt.

Er sieht, dass all seine illusorischen Unterscheidungen – all das, was er als erwünscht oder unerwünscht bezeichnet und zur Grundlage seiner Ideale und Ziele gemacht hatte -, einfach die Vielfalt und die Würze eines ansonsten doch schrecklich langweiligen Lebens ausmacht. Wenn die grundsätzliche Bedeutungslosigkeit konventioneller Wertvorstellungen angesichts der Wirklichkeit erkannt wurde, ist der Mensch den Kämpfen und Konflikten des Lebens enthoben und sieht es jetzt als ein Spiel, an dem er gemäß den Reigeln teilnimmt, das er aber nicht mehr ernst nehmen muss.

Wie kommt es dazu? Wer das, was ist, erfasst und sich von allen konventionellen Beurteilungsmaßstäben freigemacht hat, sieht keinen Grund mehr, das durch diese Maßstäbe bedingte Leid zu akzeptieren oder sich groß mit dem abzugeben, was andere als die Freuden des Lebens betrachten.

Er zieht sich aber nicht äußerlich aus der materiellen Welt der Menschen und Ereignisse zurück, denn das würde ja bedeuten, das er die Welt verurteilt. Er bleibt in der Gesellschaft präsent, aber sein Handeln folgt nicht den Motiven, die gwöhnliche Menschen nach Reichtum, Ruhm und Sicherheit streben lassen. Er nimmt fröhlich und ohne Urteil alles, was kommt, als Bestandteil des großen Gesamtgeschehens an und trennt sich nie von der Einheit, die Mensch und Natur zum Ganzen des Universums zusammenschließt. Er wandert durchs Leben und nimmt alles froh, entgegen, ohne je an etwas zu haften weder an den Köstlichkeiten des Lebens noch an seinen Kümmernissen.

Nisargadatta Maharaj, Explorations Into the Eternal

Ich

Wenn das Ich-Empfinden stirbt, ist das, was sich auflöst, kein wirkliches Sein, sondern lediglich eine  Grenze, die nicht wirklich bestand, die stets eingebildet war. Hat jedoch ein Mensch die Illusion des Ich und dessen Grenzen aufgebaut, so fürchtet er nichts mehr als dessen Auflösung und strebt daher nach symbolischer Unsterblichkeit.

Ken Wilber

Alltägliche Psychosen

Aus der mystischen Perspektive betrachtet, erfüllt unser Normalzustand alle Kriterien der Psychose: Er ist ein reduzierter Zustand, verzerrt die Wirklichkeit und läßt kein Erkennen dieser Verzerrung zu.

Roger Walsh, Frances Vaughan, Psychologie in der Wende